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Kenju-ryu - was ist das?
Was das Kenju-ryu (wörtl.: „Schule der weichen Faust“) so interessant macht, ist die Tatsache, dass es nicht, wie die meisten hier etablierten Karatestile, durch sporttypisiertes Karate verzerrt wurde. Tritttechniken werden nur zur Unter- und Mittelstufe ausgeführt, so wie es auch in den klassischen alten Kata gelehrt wurde. Ebenso wird in diesem Stil auch auf lange, tiefe Stände verzichtet.
Ein Ziel des Kenju-ryu ist es, sich vom Wettkampf-Karate zu distanzieren. Es ist ein flexibler Stil, welcher die Anwendungen durch Partnerübungen (Kumite- bzw. Tegumi- und Renzoku-geiko) lehrt. Damit lehnt es sich an Interpretationen an, wie sie seit frühester Zeit praktiziert wurden. Dies impliziert, dass es nicht nur Schläge, Tritte und Stöße sondern auch Würfe, Würger, Hebel, Griff- und Bodentechniken u.v.a.m. beinhaltet.
Die Übungen mit dem Partner, sowohl mit einem als auch mit mehreren, im Stand und am Boden, sind das A und O des Trainings, hierbei macht das Kenju-ryu von der Möglichkeit Gebrauch es mit anderen, sprich moderneren, Kampfsport- bzw. Kampfkunstarten zu kombinieren und somit wertvolle Ergänzungen hinzu zu fügen, wobei diese „neuen“ Konzepte als sogenannte Realitätsfilter fungieren. Auf Realitätsnähe wird beim Training großen Wert gelegt, auf Anachronismen um ihrer selbst Willen („l´art pour l´art“) wird dagegen verzichtet.
1995 wurde Kenju-ryu urheberrechtlich geschützt, um sich von eventuellen Nachahmern, Ablegern und Hybriden zu distanzieren und Seriosität zu gewährleisten. Parallel zu dieser Maßnahme übernahm Hanshi Akashi Fumio, 9. Dan, die Präsidentschaft über die, in diesem Rahmen gegründete, Okinawa Kenju-ryu Toudi-jutsu Renmei. Er segnete das Curriculum ab und zeichnet sich allein verantwortlich für die Ausstellung von Yudansha Zertifikaten (Dan Urkunden).
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